Bei den meisten Tipps für ein erfolgreiches Präsentieren geht es um die Optik der Folien, den roten Faden oder darum, ob der Referent im Stehen oder Sitzen präsentieren soll. Denn eins ist klar, Präsentationen sind für unser Berufsleben sehr wichtig – sie veranschaulichen unsere Ideen und können anderen überzeugen oder sogar vom Vorgetragenen begeistern. Nachfolgend finden Sie außergewöhnliche Ratschläge für das gelungene Präsentieren. Sie basieren auf dem Buch „Frei Sprechen“ von Michael Rossié, Sprachtrainer und Coach im Auftrag namhafter Radio- und Fernsehsender, sowie in allen Bereichen der Wirtschaft. Wie der Buchtitel schon verrät, steht hier das freie Vortragen und das Überzeugen von Menschen im Vordergrund.

Sternsystem – Sterne statt Sätze

Unter dem Sternsystem versteht Michael Rossié den Aufbau seiner Reden in Sternform. Das ist wiederum eine Art Training für das freie Präsentieren. Dies lässt sich an einem Beispiel gut veranschaulichen. Am Anfang einer Kundenpräsentation stellt sich der Accountmanager vor. Dies wird in etwa so aussehen:

Mein Name ist Thomas Müller. Ich arbeite als Accountmanager bei der XY GmbH. In dieser Position bin ich seit drei Jahren. Ich hatte schon immer ein großes Interesse an Prozessoptimierung und konnte bereits vielen Kunden dabei helfen, Ihre Unternehmensprozesse zu verbessern. Das ist der Grund, warum ich die Betreuung Ihrer Firma übernommen habe. In meiner Präsentation stelle ich Ihnen nun vor, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen und wie deren Umsetzung konkret aussieht.

Diese Vorstellung kann in die unten gezeigten Strahlen unterteilt werden:

Herr Müller beginnt bei seiner Präsentation mit seinem Namen. Rossié rät als Sprachtraining für eine freie Präsentation, abwechselnd mit jedem Sternstrahl zu beginnen und dabei laut zu sprechen. Die Reihenfolge der nachfolgenden Strahlen ist dabei beliebig. Die Vorstellung von Herrn Müller könnte so aussehen:

Ich präsentiere Ihnen heute, welche Möglichkeiten der Prozessoptimierung für Ihr Unternehmen von Bedeutung sind. Mein Name ist Thomas Müller und ich hatte schon immer ein besonderes Interesse an Prozessoptimierungen. Aus diesem Grund habe ich mich sehr gefreut, die Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen zu übernehmen. Da ich seit drei Jahren als Accountmanager bei der XY GmbH tätig bin, konnte ich bereits zahlreichen Firmen bei der Optimierung ihrer Prozesse helfen.

Wenn Sie diese Übung als Vorbereitung auf Ihre Präsentation durchführen, können Sie den Text frei und sicher vortragen. Im Gegensatz zu vorbereiteten Sätzen bleiben Sie in Ihrem Vortragen authentisch und flexibel. Wenn Sie ganze Sätze vorbereiten, führt das oft dazu, dass man nach einer Unterbrechung (z.B. eine Frage) den Faden nicht findet und das Wiederholen der gelernten Sätze von Beginn an fortsetzen muss. Das macht einen sehr unprofessionellen Eindruck und setzt Sie unter Druck.

Also bauen Sie Ihre Präsentation in Sternen auf. Auf jeder Folie soll ein Stern präsentiert werden. Dieser soll zwischen vier und 10 Strahlen haben. Zu jedem Strahl sollten Sie zwei, drei Sätze sagen können. Und ein Extratipp des Autors – sagen Sie nicht alles, was Sie wissen. Behalten Sie stets einen Teil der Informationen im Hinterkopf. Diese können Sie z.B. bei einer Frage gut gebrauchen und somit durch eine schnelle und kompetente Antwort punkten.

Präsentationen logisch aufbauen

Jede Präsentation muss logisch aufgebaut sein. Das hilft Ihnen beim Vortragen und hilft Ihren Zuhörern, die Informationen schnell aufzunehmen und zu verinnerlichen. Kleine Bemerkungen am Rande oder lustige Sprüche ergeben sich dabei von selbst und passen gut zu Ihnen und Ihren Zuhörern.

Informationen anschaulich darstellen

Auch wenn es sich oft als schwierig erweist, müssen Informationen bildlich dargestellt werden. Das gilt nicht nur für spannende Fakten, sondern auch für trockene Zahlen. Ihr Publikum kann sich auf diese Weise die Informationen besser veranschaulichen, diese abspeichern und verliert nicht so schnell das Interesse. Hierzu ein Beispiel:

Die folgenden Sätze liefern die gleiche Information, werden aber ganz anders wahrgenommen: „Auf dem Jahrmarkt war nicht viel los.“ Oder aber: „Das Riesenrad stand seit zwei Stunden still, auf dem Kinderkarussell drehte ein müder Knirps seine Runden, die Losverkäufer spielten Skat und die Rostbratwürstchen am Imbissstand wurden langsam schwarz.“

Extratipp des Autors: Geben Sie Ihrem Publikum Zeit zum Anschauen der Folie!

Achten Sie auf die passende Körpersprache

„Mit dem Körper zu Lügen ist noch schwerer als mit der Sprache“, schreibt Michael Rossié. Widersprüchliche Signale prägen sich ins Unterbewusstsein ein und schaffen auf diese Weise Misstrauen. Aus diesem Grund rät der Autor von einem Training der Körpersprache ab. Einen Satz sollte man jedoch verinnerlichen – „Erst der Gedanke, dann die Bewegung, dann der Satz.“ Denn diese Reihenfolge unterstreicht die Glaubwürdigkeit. Konkret heißt das, wenn Ihnen noch etwas einfällt – erst die Mimik, dann der Satz „Mir fällt noch etwas ein!“